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Schwarzweiherhof
 

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"Es Quartalsblädel vum Treffpunkt"

Quartalsblädel 10

 

 

Die Rheinpfalz, 06.11.2024

Der Vorstand des Seniorenclubs  Schwarzweiherhof versteht sich als Team und hat dies nun auch so in der Satzung festgelegt. Harald Reichel, Doris Paulsen, Christa Bug und Helmut Rausch (von links haben bereits viele Pläne fürs Jubiläumsjahr. Als Schirmherr unterstützt Bürgermeister Peter Christ (rechts) den Verein. Foto: Julia Köller

Beim Seniorenclub Schwarzweiherhof in Böhl-Iggelheim ist wieder Leben eingekehrt. Nun steuert der Verein, dessen Vorstand neuerdings als Team daherkommt, auf sein 50-jähriges Bestehen zu. Aktuell geht es um dringend nötige Reparaturen am Gebäude sowie um Planungen fürs Jubiläum

Aufmerksamen Beobachtern wird nicht entgangen sein, dass beim Seniorenclub Schwarzweiherhof in Böhl-Iggelheim wieder häufig die Rollläden oben sind. Wenn dann auch noch zahlreiche Fahrräder und das eine oder andere Elektromobil vor der Tür geparkt sind, ist klar, dass das Gebäude wieder regelmäßig seinen Zweck erfüllt. Lange Zeit war das anders, was vor allem der Corona-Pandemie geschuldet war. Und eine Mitgliederzahl wie in den Anfangsjahren kann der Verein noch nicht wieder vorweisen.

Als 1975 Böhl-Iggelheims damaliger Bürgermeister Werner Georg Schmitt die Gründung eines „Altenclubs“ initiierte, war der Bedarf offenbar groß: Spontan haben sich seinerzeit 226 Menschen eingetragen. So war der Seniorenclub Schwarzweiherhof bei seiner Gründungsversammlung in der Turn- und Sporthalle Böhl im Mai des gleichen Jahres direkt ein lebendiger Verein. 1979 zog der Seniorenclub in das gemeindeeigene Gebäude am Schwarzweiher, in dem er bis heute mietfrei untergebracht ist. „Es wurde zu einer Altentagesstätte“, weiß Doris Paulsen, die 2023 den Vereinsvorsitz übernahm. Damals sei immer viel los gewesen, es habe Mittagessen im Seniorenclub gegeben und gemeinsame Ausflüge. Noch bis vor einigen Jahren herrschte ein reges Vereinsleben, doch der Tod von Heinz Staffen, der von 2007 bis 2020 Vereinsvorsitzender war, sowie die Pandemie brachten die Aktivitäten weitgehend zum Erliegen.

Café-Nachmittage wieder alle 14 Tage

Manfred Eschbaumer führte den Seniorenclub als Vorsitzender durch die Coronazeit, doch stattfinden konnte währenddessen nur wenig. Mit dem neuen Vorstand, der im November 2023 gewählt wurde, nahm das Leben im Vereinshaus wieder an Fahrt auf. Doris Paulsen, die selbst im April 2023 zum ersten Mal einen Café-Nachmittag besuchte, hat sich vorgenommen, die Treffen wieder regelmäßig alle 14 Tage anzubieten und auch inhaltlich mit Leben zu füllen.

Seit dem 6. November ist Paulsen nicht mehr Erste Vorsitzende, allerdings nur, weil der Verein beschlossen hat, mit der Zeit zu gehen und aus dem klassischen Vorstand mit zugewiesenen Ämtern im Zuge der neu formulierten Satzung ein Team zu machen. Ansprechpartnerin und Organisatorin bleibt die Iggelheimerin aber weiterhin. Und auch die weiteren Vorstandsmitglieder Harald Reichel, Christa Bug und Helmut Rausch werden künftig vor allem ihre bisherigen Aufgaben übernehmen, sind aber nicht mehr per definitionem darauf festgelegt. 

Geld auch von Gemeinde und Sponsoren

Neben den Café-Treffen an jedem zweiten Sonntagnachmittag haben sich mittlerweile weitere regelmäßige Veranstaltungen etabliert. An jedem viertem Montag findet ein Spieletreffen statt, das Doris Paulsen im Winter gerne alle 14 Tage anbieten möchte. Yoga steht jeden zweiten Mittwoch auf dem Programm. Und das Plaudereck, das aus einem Deutschkurs entstanden ist, findet weiterhin Mittwochabends im Treffpunkt statt.

Um den Anforderungen gerecht zu werden, muss das Gebäude am Schwarzweiher allerdings renoviert werden. „Der Boden ist unser nächstes Projekt“, sagt Paulsen. Geld dafür soll nicht nur durch den Verlauf von Getränken und Speisen eingenommen werden, sondern auch durch zusätzliche Aktionen wie aktuell einen Strickwaren-Basar. Für andere nötige Arbeiten stellt die Gemeinde Geld zur Verfügung. Schließlich ist der Bürgermeister traditionell Schirmherr des Seniorenclubs.

Alle ältere Menschen willkommen

Dennoch könnte der Verein, der aktuell 30 Mitglieder zählt, sich wohl kaum halten, wenn er nicht auf die Unterstützung fleißiger Helfer und großzügiger Spender zurückgreifen könnte. Angefangen bei den Menschen, die immer wieder Kuchen backen oder Handarbeiten anfertigen, bis hin zu lokalen Unternehmen und großen Firmen, die den Verein sponsern.

Willkommen sind bei den Café-Treffen nicht nur Mitglieder, sondern alle älteren Menschen. Für diejenigen, die nicht mehr so mobil sind, gibt es einen Abholservice. Denn am Ende zählt das gemeinsame Erleben. Bei einem mäßig besuchten Nachmittag im vergangenen Winter hätten drei Gäste gesagt: „Jetzt würde ich sonst allein zu Hause sitzen“, erinnert sich Paulsen. „Und allein dafür hat sich der Nachmittag schon gelohnt.“

Noch Fragen?

Der Seniorenclub Schwarzweiherhof, Am Schwarzweiher 5, in Böhl-Iggelheim öffnet jeden zweiten Sonntag von 13.30 bis 17.30 Uhr zum Café. Weitere Angebote sind auf der Homepage www.scschwarzweiherhof.eu zu finden. Für den Abholservice können sich Interessierte unter der Rufnummer 06324 970063 melden.

Vorstand und Schirmherr des "Seniorenclub Schwarzweiherhof Böhl-Iggelheim e.V."

Kerwesonntag in Iggelheim im Seniorenclub Schwarzweiherhof e.V.

 

Während auf dem Kerweplatz der Frühschoppen zu Ende geht, und der Bauernmarkt in die zweite Runde, treffen sich Stammgäste und neue Gesichter im Seniorenclub am Schwarzweiher zum Thema: „Wie war das früher, vor 50, 60,70 Jahren auf der Kerwe?“.
Ich habe kleine Geschichten und Erinnerungen gesammelt:
„Da ist erst mal ein Kerweputz gemacht worden - auch das Hoftor wurde sauber gemacht.“ Und dann wurde gebacken. Auf großen runden Blechen wurde „Appel-, Quetsche-, Streusel- und Keeskuche“ hergerichtet und zum Bäcker gebracht, auf dass er sie backen sollte. „Wir Kinder durften nur jeder ein Stück Käsekuchen essen und den mochten wir doch am meisten!“
„Sonntags wurde zweimal gekocht: Mittags gab es Markklößchensuppe, Rindfleisch mit Meerrettich und Rotkraut. Abends gab es Schweinebraten mit Soße.“ Kerwe war eben DAS Dorffest und die Verwandtschaft kam zu Besuch. Es dauerte 4 Tage mindestens und es war einfach etwas Besonderes im Jahreslauf.
Auf dem Kerweplatz wurde eine „Reitschul“ aufgebaut - also ein Karussell -, eine Schiffschaukel und „e Kettereitschul“. „Wir hatten ja nicht viel Geld“. Und wenn an der Losbude die Gewinne lockten, dann hat die ein oder andere schon mal davon geträumt ganz viele Groschen zu haben und einen ganzen Eimer voller Lose zu kaufen.
Am Bonbonstand gab es „Gutselstangen“ oder Zuckeräpfel und „Morekepp“ - damals hießen sie noch nicht Schaumküsse.
Aber Kerwe, das war nicht nur Spaß und Schleckereien, das war auch tanzen gehen! Es gab insgesamt dreimal im Jahr Gelegenheit im Dorf zu tanzen: an Silvester, beim Vereinsball an Fastnacht, und eben zur Kerwe. "Da sind wir samstags, sonntags und montags in die Turnhalle zum „schwoofen“ und poussieren. Später als Erwachsene war nicht mehr so viel Zeit, da musste die Feldarbeit erledigt, das Vieh gefüttert und die Kinder zu Bett gebracht werden."
Und dennoch war Kerwe das wichtige Fest auch für die Erwachsenen im Dorf.
Eine Frau berichtete, dass sie als Kind keine Kerwe oder ähnliches kannte. Sie hat damals zu Kriegszeiten in einer Stadt gelebt. Die schönen Seiten des Dorffestes hat sie erst als Jugendliche erfahren, als sie aufs Land zog.
Ich werde mich noch öfter zu verschiedenen Themen mit den Gästen im Seniorencafé Schwarzweiherhof unterhalten, denn es ist spannend, wie schnell und intensiv sich unser Leben verändert und wie schnell wir vergessen.


 

Das Igglemer Kerweherz

https://www.wochenblatt-reporter.de/boehl-iggelheim/c-lokales/muttertagsfahrt-in-der-rikscha_a466162

 

Muttertag 23

 

Böhl-Iggelheim. Am 14. Mai hatte sich Frau Doris Paulsen in Zusammenarbeit mit dem Seniorenzentrum Böhl-Iggelheim etwas ganz Besonderes für den Muttertag einfallen gelassen: Eine Elektro-Rikscha-Fahrt durch und um den Ort. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an den Lätareumzug am 18. März, bei dem ein paar dieser Rikschas unter der Flagge der Sozialstation Böhl-Iggelheim mitgefahren waren. Am heutigen Muttertag bot sich die Gelegenheit, diese Gefährte nochmals zu präsentieren und fünf „Pärchen“ mit einer Ausfahrt glücklich zu machen.

Von 10 bis 12 Uhr wurden im 20-Minuten-Takt die Fahrten geplant, heißt es gab Angebote für „Mutter-Sohn/Tochter“ als auch „Großmutter-Enkel/in“. Start und Ziel war jeweils im Eingangsbereich zum Seniorenzentrum. Den Gästen wurde beim Einstieg in die Rikscha geholfen und in eine warme Decke gekuschelt. Obwohl es zu dem Zeitpunkt noch sonnig war, dürfte der Fahrtwind dann doch zum Frösteln geführt haben und es sollte doch eine gemütliche Fahrt werden. Aber die Frage von Frau Gabel (soziale Betreuung), ob sie noch ein Wärmekissen bringen sollen, wurde dann doch verneint. Die Ausmaße der Rikschas sollte man nicht unterschätzen; immerhin passen da zwei Menschen nebeneinander. Und deshalb musste Doris Paulsen ganz viel Geschick haben, um durch die dicht zugeparkten Straßen zu kommen. Rikscha fahren muss gelernt sein!

Angemeldet hatten sich im Seniorenzentrum vier Mal Mutter und Sohn und einmal zwei Damen aus dem Seniorenheim, die keinen Besuch bekamen, aber dennoch die Fahrt genießen wollten. Wünsche, die innerhalb dieser 20 Minuten zu bewältigen waren, wurden gerne entgegengenommen und unterwegs auch viel erzählt. Punkt 10 Uhr saßen zwei Damen abfahrtbereit in der Rikscha. Die zweite Tour wartete schon im Foyer des Seniorenzentrums. Auch am Nachmittag gab es auch noch mehrere Fahrten und Frau Paulsen bekam als Pilotin Verstärkung.

Am Nachmittag ging es dann eine Hausnummer weiter ins frisch renovierte Wehlachcafé. Nach den vielen Kilometern haben sie sich redlich ein Stück Kuchen mit einer Tasse Kaffee verdient. Welch eine schöne Idee, gerade zum Muttertag, vielleicht auch für den Alltag? (mel)


 

Muttertagsrikscha

Kreiskurier September 2025

Beitrag aus dem Kreiskurier: September 2025